Ganz klar: “Der weisse Neger Wumbaba. Kleines Handbuch des Verhörens” von Axel Hacke.
Versucht mal daraus vorzulesen. Es geht nicht, weil man entweder nicht gleichzeitig lachen, vorlesen und atmen kann oder weil man vor Tränen überhaupt nichts mehr lesen kann. Macht Spaß.
(ich hoffe nur, Hacke ist nicht auch zu naheliegend…)
Eugen Egner: Der Universums-Stulp. Der Humor ist von absurder Natur, was es bisweilen fraglich macht, ob es überhaupt Humor ist. Es ist in jedem Falle ein fesselndes und wahnwitziges Lesen, und absolut eigenständig (wir reden doch über deutsche Bücher, oder? Sonst müsste irgendwo noch Flann O’Brien in einen Nachsatz).
Ist es zu naheliegend?: Jedenfalls ist es “Abend mit Goldrand”, von Arno Schmidt. Nicht nur das lustigste Buch, sondern auch das pornographischste, romantischste, ehrlichste, verschrobenste, utopischste, realistischste, spießigste, kühnste, speziellste, umfassendste und bestgesetzte Buch überhaupt! Und ich muß es ja wissen!
Also ich konsumiere grade mit großem Genuß “Die Vollidioten – Ein Historischer Roman aus dem Jahre 1972″, von Eckhard Henscheid (in der Hörbuchverfassung).
Vorallem der umständliche an historischen Vorlagen angelehnte überkorrekte Erzählstil ist sehr heiter. Der Stil wird erst durch den Kontrast zur eher banalen Handlung – eine Art Liebesdrama in der frankfurter Sponti-Szene – so richtig komisch. Dabei Gipfeln die Bemühungen des Erzählers nach einem möglichst blumigen Stil in herrlichen Sprachlichen Konstrukten. Alleine schon jemanden als “eifrigen Wohner” einzuführen…
Wer das Drama nicht scheut, lieber keinen Henscheid lesen oder hören möchte aber denoch historisch bleiben will dem sei Dürrenmatt’s absurde Komödie “Romulus der Große” empfohlen Nicht nur urkomisch sondern philospohisch obendrein..
O.k. alles nicht so ganz neu sollte sich aber niemand entgehen lassen.
Ich schaffe es irgendwie, an jedem Buch was Trauriges zu finden,
sogar an Salcia Landmann: Jüdische Witze.
Weil es die jüdische Welt, aus der die Witze kommen, nicht mehr gibt.
PS, um Missverständnissen vorzubeugen: Das ist kein Titel von Thomas Bernhard. Vielleicht wär es ja einer für Deine Erwägungsliste für die Zwarwahl? Aber dann rechtlich nochmal gegenchecken lassen. Ich denke da nur an Birgit Kempkers “Als ich das erste Mal mit einem Jungen im Bett lag, war es…”, hoppla, jetzt hätt ich’s beinah hingeschrieben und wär im Knast gelandet.
Woody Allen: Complete Prose.
Man hört nicht auf mit Lachen. Und von gewaltigem Umfang auch noch. Englisch muss man halt können, aber das zahlt sich aus.
eindeutigst die sterntagebücher von stanislav lem. zwar handelt es sich um viele kurzgeschichten, aber dafür kann jede mit einem neuen motiv aufwarten. von der großen roboter-verwechslung, über bauchwärmende ziegelsteine in der mikrowelle und menschenfeindliche möbelstücke.
besonders charmant ist, dass lem’s technologieverständnis damals nicht ganz dem heute gewohnten entspricht. ausserdem ist die geschichte über die bösartigen möbelstücke die beste abhandlung über religion, die ich jemals gelesen habe.
Ich könnte mich jetzt ehrlich gesagt nicht zwischen BAfH (”Bastard Assistent From Hell”) von Florian Schiel und Hartmut & Ich von Oliver Uschmann entscheiden.
Das ist aus der Sicht eines Uni-Assistenten geschrieben, der den ganzen Tag nichts besseres zu tun hat, als die Studenten zu triezen und dies ausführlich festzuhalten (Arbeiten werden z.B. nach der Gaußschen Glockenkurve bewertet, damit die Notenvergabe auch gut aussieht). Das erste Mal, das ich laut beim Lesen lachen musste!
Hartmut & Ich handelt von der WG Hartmuts und dem Erzähler der Geschichten. Highlight einer der Kurzgeschichten ist, als Hartmut auf einen Radfahrer zustürmt und ihn mit ausgestrecktem Arm vom rad befördert. Auf die entsetzte Frage warum er das getan hat, antwortet Hartmut: “Nun hat der Typ gelernt, dass man im Leben nunmal mit allem rechnen muss..!”
Das zweite Mal, als ich beim Lesen laut lachen musste.
Achsoja, die Karten verticke ich dann bei ebay, ist doch ok, oder? Fußball stinkt doch schon irgendwie…
Die Vorschreiber haben Stanislaw Lem schon angesprochen, bei mir wäre es allerdings »Robotermärchen« gewesen, aber das »Sterntagebuch« kenne ich nicht. Sehr gefallen hat mir auch das Witzbuch von Reclam (irgendwie naheliegen), ich weiß aber nicht ob es das noch gibt (die Suche danach bei Amazon, Stichwort »Witze + Reclam« zeigt Bücher der üblichen Verdächtigen Schiller, Goethe und Shakespear, die ja unbestritten auch Witz hatten).
Sehr schön ist auch Michale Frayns »Blechkumpel« damals bein Heyne, über ein Institut für Roboterforschund, welches sich auf den Besuch der Queen vorbereitet und die Queen kurzerhand durch (glaub ich) eine Putzfrau ersetzt als die Echte nicht kommen kann. Ist wohl schon lange nicht mehr im Programm, aber heutzutage kriegt man ja alles.
Ich würde gerne David Sedaris preisen, trau mich aber nicht, weil er als der unbestreitbar Allerbeste von allen natürlich auch der unendlich Allernaheliegendste ist. Gut, preise ich eben James Thurbers “Das geheime Leben des Walter Mitty”, das kennt heut keiner mehr. Ist außerdem eine Kurzgeschichte, also schwer findbar. Allerdings auch nicht schwerer, als Leos “WM-Karte”.
Grosser Lachtip: “Kunsttheorie versus Frau Goldgruber” von Nicolas Mahler. Eine wunderbar verschrobene Autobiographie des um Anerkennung kämpfenden Künstlers. Grosse Momente in seinem Künstlerleben und dem daneben. http://www.mahlermuseum.at
eher unfreiwillig komisch sind die anweisungen, einwände und gegeneinwände aus dem kamasutra. z.b. die acht abwandlungen der zahnmale oder verschiedene arten, sich zu umarmen oder irgendwo war der rat, man soll sich mit dem schweiß eines pferdehodens einreiben, die stelle finde ich aber gerade nicht.
lesprobe: »wenn die liebe hitzig wird, kommt das zerkratzen des geliebten mit den nägeln zur anwendung. es wird nur bei gewissen gelegenheiten ausgeübt: beim anlass der ersten einung; bei der heimkehr von einer reise; beim einschiffen zu einer reise; wenn die frau nach einem streit versöhnt werden soll; wenn sie nach einer geselligkeit betrunken ist.«
“ERWIN MIT DER TRÖTE” von volker kriegel!!!
der total einleuchtende grund: schon der titel bringt einen zum lachen!
und wenn man den erst den buchdeckel sieht-ha ha ha!!!
und-es ist gar gar nicht naheliegend!
: )
@chef: Was gibt es denn da zu begründen? Es ist voll guter Witze. Ich komme drin vor. Und außerdem die Ausstellung “Ärzte malen”. Kommentar Müller: “Das muß ja nicht sein.” Pause. “Und eine Ausstellung ‘Maler operieren’ hätte mich mehr interessiert.”
Reicht das?
@suse: ja, leuchtet mir heim, äh: ein. “Ich komme drin vor” finde ich ausserdem einen sehr guten grund. ich möchte darum den Wettbewerb ausweiten auf komische und aber auch durchaus unkomische bücher, in denen der leser oder die leserin selbst vorkommt. autobiografien gelten aber nicht, zumindest, wenn man sie selbst geschrieben hat: mein tagebuch etc., das wäre verfälschend).
wenn cristiane f. nicht zählt, dann würde ich…äh…hm.
“Die Grenze” von Harry Mulisch? Kann ich mich gar nicht so richtig erinnern. Vielleicht doch nicht. Schamonis “Risiko des Ruhms”? schon eher. ich glaube aber, schließlich tendiere ich zur Biographie von Toni Schuhmacher “Anpfiff” mit den Sartre-Zitaten. Das passt dann auch zur Ticket-Verlosung.
Ich hab drei:
1. Eckhard Henscheids Die Vollidioten: Im ersten – und lustigsten – Teil der “Trilogie des laufenden Schwachsinns küngeln und püngeln sich trinkfreudige Menschen in den frühen Siebzigern durchs Leben. In einer Szene trifft Herr Jackopp, ein tendenziell lebensuntüchtiger Kauz, den Erzähler auf der Straße: “Herr Jackopp blieb nun auch stehen, schaute mir tiefernst, fest und ohne Begrüßungslächeln ins Gesicht, und sagte langsam und mit Grabesstimme: ‘Eine Frage: Kann ich bei dir scheißen?’”
2. Anders lustig sind die Romane von Magnus Mills, besonders sein vorletzter, “The scheme for full employment”. Hier wird die Vollbeschäftigung ermöglicht, indem Arbeiter nach einem ausgeklügelten System Schachteln quer durch die Stadt transportieren. Unter dem Titel “Ganze Arbeit” gibts das Buch seit kurzem auf Deutsch. Im Übrigen gilt Kaufpflicht für alle Mills-Bücher, sogar für das überteuerte “Only when the sun shines brightly”, ein annähernd babyhandtellerkleines Büchlein für sechs Pfund.
3. “Nach der Bombe” von Philip K. Dick handelt vom Atomkrieg und was folgt, unter anderem Mutationen der Ratten, die Nasenflöte spielen, fliegende Tumore mit Persönlichkeit und ein paranoider Schurke namens Bluthgeld.
lautlachen: TC Boyle: Grün ist die Hoffnung/D Adams: The Hitchhiker’s Guide through the galaxy (über-ich-character)
kopflachen: Nathanael West: The Dream Life of Balso Snell (1931)
Dieser feine 50 seitige rundumschlag begleitet den protagonisten auf seinen intellektuellen und profanen begegnungen im anus des trojanischen pferdes. da wird z.B. das tagebuch eines schuljungen aus einem astloch gefischt und rezitiert:
“CRIME JOURNAL
Is someone reading my diary while I sleep?
On reading what I have written, I think I can detect a peculiar change in my words. They have taken on the quality of comment. (You who read these pages while I sleep, please sign your name here.) — John Raskolnikov Gilson
CRIME JOURNAL
During the night I got up, turned to yesterday’s entry and signed my name.
CRIME JOURNAL
I am insane. I [the papers had it CULTURED FIEND SLAYS DISHWASHER] am insane.”
ebenso: Kafka, Philip Roth (alles Juden)
@fabicht: also grün ist die hoffnung ist ja wohl sehr ambitioniert, oder wie die schimpfworte heutzutage auch immer heißen! da wär dann “die enden der parabel” von pynchon aus der ähnlich hippen sparte schon um einiges lustiger, auch wenn man sich erst 400 seiten lang abkämpfen muss. aber das lohnt sich wirklich!
eddy liegt heiser im bett und hat übermorgen einen auftritt in warschau. sie flüstert mir gerade zu (obwohl man wenn man heiser ist vor allem nicht flüstern sollte, weil gerade dann die stimmbänder aneinanderreiben), daß “Kölner Punks” das lustigste Buch ist, weil zum beispiel “flock” sagt: “Das ist mir Ratte!” und das heißt: “Das ist mir egal”.
“We Called It Music: A Generation of Jazz” von Eddie Condon – das Vorwort sollte man allerdings weglassen, das ist doof. Aber Herrn Condons bizarre Geschichten von Houseparties, wüsten Alkoholabenteuern und Konzerttouren in den 1920ern: Herrlich!!! Vor Jahren gab es auch eine deutsche Übersetzung davon mit ganz entzückenden Illustrationen.
nein! flock sagt: “nicht die ratte”, was soviel heißen soll wie “nicht die bohne” witzig, oder? und hinten ist in dem buch noch so ne art vokabelliste für punker sprache. sehr zu empfehlen
Gor. Das spricht für sich, für jeglichen Kommentar hinsichtlich dieses Buches würde ich wohl auf die Tasta gehauen bekommen. *ein hoch auf die emanzipation*
“Die Wahrheit über Arnold Hau” v. R. Gernhardt, F.W. Bernstein u. F.K. Waechter: Die fiktive Künstlerbiographie des letzten Universal-Gelehrten nach Goethe, der zeichnend und dichtend das Menschsein erforschte. Eine schreiende Satire aus den 60-ern. Zitat: “Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche”.
So, schon ist der Wettberwerb zu Ende. Gab ja in den letzten Tagen nicht mehr so viele Eingaben. Dennoch bin ich sehr erfreut über die entstandene Leseliste. Ein paar Bücher kannte ich schon, ein paar andere werde ich wohl in nächster Zeit mal lesen, andere wiederum nicht.
Nicht in der Liste taucht das schöne Buch über und von d.h. Leben und Werk Heino Jaegers auf, das mir Jan Bandel vor eine Weile ans Herz legte und das ich hier weiter empfehlen möchte. Eingeleitet werden die kurzen parodistisch-surrealen Texte Jaegers von einer Jaegerbiografie, die sein Freund Joska Pintschovius in Anekdoten erzählt und die allein schon zum Kauf von “Man glaubt es nicht” (Kein & Aber) zwingt.
Wenn man mal nicht gleich ein richtiges Buch lesen will, sollte man den ersten Band von Fils (bzw. “Fil’s”) Didi & Stulle “einen drin” lesen und gleich anschliessend die Economysonderausgabe: “halber Preis!! schlechter gezeichnet! schwächere Witze!”
So: jetzt die vorhersehbar schlechte Nachricht: mit der WM-Karte hat es leider nicht geklappt. Und die gute: trotzdem gibt es einen Sieger:
Fabicht, das Los entschied. Herzlichen Glückwunsch! Mail mal Deine Adresse, ich schicke einen Ersatzpreis, der Dein Herz höher schlagen lassen wird, Du Sportnarr!
Der aufgekratzte Witz von “Was ihr wollt” hat mir letztens total den Kopf verdreht. Besonders wenn man es in der deutsch-englischen Version von dtv mit allen Anmerkungen ließt. Dann wird jeder Spruch von vorn, von hinten und von der Seite beleuchtet, man hat Spaß am englischen Rhythmus, man liest auch wirklich lange dran und hat sehr viel Freude.
Außerdem: “Militärmusik” von Kaminer, in dem viele Sorglosigkeiten, Blindgängereien und Trübseligkeiten des untergehenden Sowjetreichs aus Sicht eines gleichgültigen und schlitzorigen Scharlartans beschrieben werden. Bei jedem neuerlichen Lesen lach zumindest ich mich kaputt.
Ich bin gerührt – danke!
“Am zweiten Mai wird der Lachtag gefeiert. Bei allem Ernst in Deutschland und der Welt sollte doch auch so ein Tag nicht vergessen werden.” (google-”lachtag”)
Ich habe diesen Tag zwar vergessen, aber unsere Liste ist mehr wert! Danke auch an alle Gegner, die mir diese sportliche Höchstleistung erst ermöglicht haben, WE ARE THE CHAMPIONS!!! (schampus, konfetti etc.pp.)
April 26th, 2006 at 17.40
Ganz klar: “Der weisse Neger Wumbaba. Kleines Handbuch des Verhörens” von Axel Hacke.
Versucht mal daraus vorzulesen. Es geht nicht, weil man entweder nicht gleichzeitig lachen, vorlesen und atmen kann oder weil man vor Tränen überhaupt nichts mehr lesen kann. Macht Spaß.
(ich hoffe nur, Hacke ist nicht auch zu naheliegend…)
April 26th, 2006 at 18.33
Eugen Egner: Der Universums-Stulp. Der Humor ist von absurder Natur, was es bisweilen fraglich macht, ob es überhaupt Humor ist. Es ist in jedem Falle ein fesselndes und wahnwitziges Lesen, und absolut eigenständig (wir reden doch über deutsche Bücher, oder? Sonst müsste irgendwo noch Flann O’Brien in einen Nachsatz).
April 26th, 2006 at 18.38
linus volkmann :superlupo- jeder freund ist anders
nochma´ linus volkmann : smells like niederlage
2 bücher zwar, doch ein schreiber, und beide bände gehören irgendwie zusammen
begründung: hab mir totgelacht ´bei.
so, und jezz her mit den karten !!!
April 26th, 2006 at 19.26
Ist es zu naheliegend?: Jedenfalls ist es “Abend mit Goldrand”, von Arno Schmidt. Nicht nur das lustigste Buch, sondern auch das pornographischste, romantischste, ehrlichste, verschrobenste, utopischste, realistischste, spießigste, kühnste, speziellste, umfassendste und bestgesetzte Buch überhaupt! Und ich muß es ja wissen!
April 26th, 2006 at 20.06
Also ich konsumiere grade mit großem Genuß “Die Vollidioten – Ein Historischer Roman aus dem Jahre 1972″, von Eckhard Henscheid (in der Hörbuchverfassung).
Vorallem der umständliche an historischen Vorlagen angelehnte überkorrekte Erzählstil ist sehr heiter. Der Stil wird erst durch den Kontrast zur eher banalen Handlung – eine Art Liebesdrama in der frankfurter Sponti-Szene – so richtig komisch. Dabei Gipfeln die Bemühungen des Erzählers nach einem möglichst blumigen Stil in herrlichen Sprachlichen Konstrukten. Alleine schon jemanden als “eifrigen Wohner” einzuführen…
Wer das Drama nicht scheut, lieber keinen Henscheid lesen oder hören möchte aber denoch historisch bleiben will dem sei Dürrenmatt’s absurde Komödie “Romulus der Große” empfohlen Nicht nur urkomisch sondern philospohisch obendrein..
O.k. alles nicht so ganz neu sollte sich aber niemand entgehen lassen.
April 26th, 2006 at 20.46
Ich schaffe es irgendwie, an jedem Buch was Trauriges zu finden,
sogar an Salcia Landmann: Jüdische Witze.
Weil es die jüdische Welt, aus der die Witze kommen, nicht mehr gibt.
April 26th, 2006 at 21.56
Friedrich Forssman hat Recht und muss zur Strafe zum Fußball.
April 26th, 2006 at 21.57
John Irving. Die wilde Geschichte vom Wassertrinker. Ich musste mehrfach laut lachen beim Lesen, und jeder, dem ich das Buch geliehen hab, auch.
April 26th, 2006 at 22.01
PS, um Missverständnissen vorzubeugen: Das ist kein Titel von Thomas Bernhard. Vielleicht wär es ja einer für Deine Erwägungsliste für die Zwarwahl? Aber dann rechtlich nochmal gegenchecken lassen. Ich denke da nur an Birgit Kempkers “Als ich das erste Mal mit einem Jungen im Bett lag, war es…”, hoppla, jetzt hätt ich’s beinah hingeschrieben und wär im Knast gelandet.
April 26th, 2006 at 22.08
PPS: Übrigens setzt Flos Comic-Weblog heute auch auf Interaktion, äh “LeserInnen-Beteiligung”: http://www.doyouknowflo.nl/daily/2006/04/26.htm
April 27th, 2006 at 00.51
scheiß wm!
lustigstes buch?
wir kinder vom bahnhof zoo.
begründung?
scheiß wm.
April 27th, 2006 at 01.17
Woody Allen: Complete Prose.
Man hört nicht auf mit Lachen. Und von gewaltigem Umfang auch noch. Englisch muss man halt können, aber das zahlt sich aus.
April 27th, 2006 at 02.07
eindeutigst die sterntagebücher von stanislav lem. zwar handelt es sich um viele kurzgeschichten, aber dafür kann jede mit einem neuen motiv aufwarten. von der großen roboter-verwechslung, über bauchwärmende ziegelsteine in der mikrowelle und menschenfeindliche möbelstücke.
besonders charmant ist, dass lem’s technologieverständnis damals nicht ganz dem heute gewohnten entspricht. ausserdem ist die geschichte über die bösartigen möbelstücke die beste abhandlung über religion, die ich jemals gelesen habe.
April 27th, 2006 at 08.22
Jetzt werd ich nicht mehr. Schreibt sich wie ich mit einem f weniger und preist eins meiner Lieblingsbücher an. Bist Du mein zweites Ich?
April 27th, 2006 at 09.06
Ich könnte mich jetzt ehrlich gesagt nicht zwischen BAfH (”Bastard Assistent From Hell”) von Florian Schiel und Hartmut & Ich von Oliver Uschmann entscheiden.
Das ist aus der Sicht eines Uni-Assistenten geschrieben, der den ganzen Tag nichts besseres zu tun hat, als die Studenten zu triezen und dies ausführlich festzuhalten (Arbeiten werden z.B. nach der Gaußschen Glockenkurve bewertet, damit die Notenvergabe auch gut aussieht). Das erste Mal, das ich laut beim Lesen lachen musste!
Hartmut & Ich handelt von der WG Hartmuts und dem Erzähler der Geschichten. Highlight einer der Kurzgeschichten ist, als Hartmut auf einen Radfahrer zustürmt und ihn mit ausgestrecktem Arm vom rad befördert. Auf die entsetzte Frage warum er das getan hat, antwortet Hartmut: “Nun hat der Typ gelernt, dass man im Leben nunmal mit allem rechnen muss..!”
Das zweite Mal, als ich beim Lesen laut lachen musste.
Achsoja, die Karten verticke ich dann bei ebay, ist doch ok, oder? Fußball stinkt doch schon irgendwie…
April 27th, 2006 at 09.20
Die Vorschreiber haben Stanislaw Lem schon angesprochen, bei mir wäre es allerdings »Robotermärchen« gewesen, aber das »Sterntagebuch« kenne ich nicht. Sehr gefallen hat mir auch das Witzbuch von Reclam (irgendwie naheliegen), ich weiß aber nicht ob es das noch gibt (die Suche danach bei Amazon, Stichwort »Witze + Reclam« zeigt Bücher der üblichen Verdächtigen Schiller, Goethe und Shakespear, die ja unbestritten auch Witz hatten).
Sehr schön ist auch Michale Frayns »Blechkumpel« damals bein Heyne, über ein Institut für Roboterforschund, welches sich auf den Besuch der Queen vorbereitet und die Queen kurzerhand durch (glaub ich) eine Putzfrau ersetzt als die Echte nicht kommen kann. Ist wohl schon lange nicht mehr im Programm, aber heutzutage kriegt man ja alles.
April 27th, 2006 at 09.20
nein. ich bin dein zweites ich.
April 27th, 2006 at 09.27
Drittes!
April 27th, 2006 at 09.32
Für alle mit einem gaaaaaaaaaanz kranken Humor:
“Sex II” von Sybille Berg.
So lacht man selten…
April 27th, 2006 at 09.56
Ich würde gerne David Sedaris preisen, trau mich aber nicht, weil er als der unbestreitbar Allerbeste von allen natürlich auch der unendlich Allernaheliegendste ist. Gut, preise ich eben James Thurbers “Das geheime Leben des Walter Mitty”, das kennt heut keiner mehr. Ist außerdem eine Kurzgeschichte, also schwer findbar. Allerdings auch nicht schwerer, als Leos “WM-Karte”.
April 27th, 2006 at 10.12
Grosser Lachtip: “Kunsttheorie versus Frau Goldgruber” von Nicolas Mahler. Eine wunderbar verschrobene Autobiographie des um Anerkennung kämpfenden Künstlers. Grosse Momente in seinem Künstlerleben und dem daneben. http://www.mahlermuseum.at
April 27th, 2006 at 10.34
eher unfreiwillig komisch sind die anweisungen, einwände und gegeneinwände aus dem kamasutra. z.b. die acht abwandlungen der zahnmale oder verschiedene arten, sich zu umarmen oder irgendwo war der rat, man soll sich mit dem schweiß eines pferdehodens einreiben, die stelle finde ich aber gerade nicht.
lesprobe: »wenn die liebe hitzig wird, kommt das zerkratzen des geliebten mit den nägeln zur anwendung. es wird nur bei gewissen gelegenheiten ausgeübt: beim anlass der ersten einung; bei der heimkehr von einer reise; beim einschiffen zu einer reise; wenn die frau nach einem streit versöhnt werden soll; wenn sie nach einer geselligkeit betrunken ist.«
April 27th, 2006 at 10.47
“ERWIN MIT DER TRÖTE” von volker kriegel!!!
der total einleuchtende grund: schon der titel bringt einen zum lachen!
und wenn man den erst den buchdeckel sieht-ha ha ha!!!
und-es ist gar gar nicht naheliegend!
: )
April 27th, 2006 at 10.48
hab ich gewonnen?
April 27th, 2006 at 10.54
ich dachte gezeichneter Humor wurde eher nicht nachgefragt, aber das feld »bücher« ist ja ein weites
April 27th, 2006 at 10.59
@christof: da stehen worte drin!
April 27th, 2006 at 11.21
@kat, aber nicht nur und außerdem bezog sich das auch auf das Werk von Mahler weiter oben
April 27th, 2006 at 13.53
Das ist ja mal eine sehr gute Idee. Tausend tolle Buchtipps für die Leser (”von Zwarwald-Kennern empfohlen”)!
April 27th, 2006 at 14.22
Fanny Müller: Mit Hitler und Röhm auf La Palma.
Zu naheliegend, wie?
April 27th, 2006 at 15.55
@suse: nein, aber nicht ausreichend begründet.
April 27th, 2006 at 16.07
@chef: Was gibt es denn da zu begründen? Es ist voll guter Witze. Ich komme drin vor. Und außerdem die Ausstellung “Ärzte malen”. Kommentar Müller: “Das muß ja nicht sein.” Pause. “Und eine Ausstellung ‘Maler operieren’ hätte mich mehr interessiert.”
Reicht das?
April 27th, 2006 at 16.53
jetzt habe ich erst verstanden, was das »knack« im letzten bild meint
April 27th, 2006 at 17.23
@suse: ja, leuchtet mir heim, äh: ein. “Ich komme drin vor” finde ich ausserdem einen sehr guten grund. ich möchte darum den Wettbewerb ausweiten auf komische und aber auch durchaus unkomische bücher, in denen der leser oder die leserin selbst vorkommt. autobiografien gelten aber nicht, zumindest, wenn man sie selbst geschrieben hat: mein tagebuch etc., das wäre verfälschend).
April 27th, 2006 at 19.10
Bücher, in denen ich vorkomme? Da müsste ich ja meine Identität offenbaren. O.K. ein Tip: ISBN 3 518 01046 8 ist schon sehr nahe dran. Hihi.
April 27th, 2006 at 20.22
wenn cristiane f. nicht zählt, dann würde ich…äh…hm.
“Die Grenze” von Harry Mulisch? Kann ich mich gar nicht so richtig erinnern. Vielleicht doch nicht. Schamonis “Risiko des Ruhms”? schon eher. ich glaube aber, schließlich tendiere ich zur Biographie von Toni Schuhmacher “Anpfiff” mit den Sartre-Zitaten. Das passt dann auch zur Ticket-Verlosung.
April 27th, 2006 at 20.22
Ich hab drei:
1. Eckhard Henscheids Die Vollidioten: Im ersten – und lustigsten – Teil der “Trilogie des laufenden Schwachsinns küngeln und püngeln sich trinkfreudige Menschen in den frühen Siebzigern durchs Leben. In einer Szene trifft Herr Jackopp, ein tendenziell lebensuntüchtiger Kauz, den Erzähler auf der Straße: “Herr Jackopp blieb nun auch stehen, schaute mir tiefernst, fest und ohne Begrüßungslächeln ins Gesicht, und sagte langsam und mit Grabesstimme: ‘Eine Frage: Kann ich bei dir scheißen?’”
2. Anders lustig sind die Romane von Magnus Mills, besonders sein vorletzter, “The scheme for full employment”. Hier wird die Vollbeschäftigung ermöglicht, indem Arbeiter nach einem ausgeklügelten System Schachteln quer durch die Stadt transportieren. Unter dem Titel “Ganze Arbeit” gibts das Buch seit kurzem auf Deutsch. Im Übrigen gilt Kaufpflicht für alle Mills-Bücher, sogar für das überteuerte “Only when the sun shines brightly”, ein annähernd babyhandtellerkleines Büchlein für sechs Pfund.
3. “Nach der Bombe” von Philip K. Dick handelt vom Atomkrieg und was folgt, unter anderem Mutationen der Ratten, die Nasenflöte spielen, fliegende Tumore mit Persönlichkeit und ein paranoider Schurke namens Bluthgeld.
April 27th, 2006 at 21.00
lautlachen: TC Boyle: Grün ist die Hoffnung/D Adams: The Hitchhiker’s Guide through the galaxy (über-ich-character)
kopflachen: Nathanael West: The Dream Life of Balso Snell (1931)
Dieser feine 50 seitige rundumschlag begleitet den protagonisten auf seinen intellektuellen und profanen begegnungen im anus des trojanischen pferdes. da wird z.B. das tagebuch eines schuljungen aus einem astloch gefischt und rezitiert:
“CRIME JOURNAL
Is someone reading my diary while I sleep?
On reading what I have written, I think I can detect a peculiar change in my words. They have taken on the quality of comment. (You who read these pages while I sleep, please sign your name here.) — John Raskolnikov Gilson
CRIME JOURNAL
During the night I got up, turned to yesterday’s entry and signed my name.
CRIME JOURNAL
I am insane. I [the papers had it CULTURED FIEND SLAYS DISHWASHER] am insane.”
ebenso: Kafka, Philip Roth (alles Juden)
April 28th, 2006 at 02.26
@fabicht: also grün ist die hoffnung ist ja wohl sehr ambitioniert, oder wie die schimpfworte heutzutage auch immer heißen! da wär dann “die enden der parabel” von pynchon aus der ähnlich hippen sparte schon um einiges lustiger, auch wenn man sich erst 400 seiten lang abkämpfen muss. aber das lohnt sich wirklich!
April 28th, 2006 at 02.34
eddy liegt heiser im bett und hat übermorgen einen auftritt in warschau. sie flüstert mir gerade zu (obwohl man wenn man heiser ist vor allem nicht flüstern sollte, weil gerade dann die stimmbänder aneinanderreiben), daß “Kölner Punks” das lustigste Buch ist, weil zum beispiel “flock” sagt: “Das ist mir Ratte!” und das heißt: “Das ist mir egal”.
April 28th, 2006 at 11.09
“We Called It Music: A Generation of Jazz” von Eddie Condon – das Vorwort sollte man allerdings weglassen, das ist doof. Aber Herrn Condons bizarre Geschichten von Houseparties, wüsten Alkoholabenteuern und Konzerttouren in den 1920ern: Herrlich!!! Vor Jahren gab es auch eine deutsche Übersetzung davon mit ganz entzückenden Illustrationen.
April 28th, 2006 at 12.28
nein! flock sagt: “nicht die ratte”, was soviel heißen soll wie “nicht die bohne” witzig, oder? und hinten ist in dem buch noch so ne art vokabelliste für punker sprache. sehr zu empfehlen
April 28th, 2006 at 18.36
Cosmic Banditos von A.C. Weisbecker. Nie war Quantenphysik lustiger!
April 29th, 2006 at 10.21
Entweder Fritz Zorn-Mars oder Heinz Strunks Fleisch ist mein Gemüse!
May 1st, 2006 at 13.28
Einfach Ulysses von JJ und außerdem Becketts Waiting for Godot. Wenn das nicht witzig ist, weiß ich auch nicht.
May 2nd, 2006 at 03.25
Gor. Das spricht für sich, für jeglichen Kommentar hinsichtlich dieses Buches würde ich wohl auf die Tasta gehauen bekommen. *ein hoch auf die emanzipation*
May 4th, 2006 at 11.09
“Die Wahrheit über Arnold Hau” v. R. Gernhardt, F.W. Bernstein u. F.K. Waechter: Die fiktive Künstlerbiographie des letzten Universal-Gelehrten nach Goethe, der zeichnend und dichtend das Menschsein erforschte. Eine schreiende Satire aus den 60-ern. Zitat: “Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche”.
May 6th, 2006 at 19.51
So, schon ist der Wettberwerb zu Ende. Gab ja in den letzten Tagen nicht mehr so viele Eingaben. Dennoch bin ich sehr erfreut über die entstandene Leseliste. Ein paar Bücher kannte ich schon, ein paar andere werde ich wohl in nächster Zeit mal lesen, andere wiederum nicht.
Nicht in der Liste taucht das schöne Buch über und von d.h. Leben und Werk Heino Jaegers auf, das mir Jan Bandel vor eine Weile ans Herz legte und das ich hier weiter empfehlen möchte. Eingeleitet werden die kurzen parodistisch-surrealen Texte Jaegers von einer Jaegerbiografie, die sein Freund Joska Pintschovius in Anekdoten erzählt und die allein schon zum Kauf von “Man glaubt es nicht” (Kein & Aber) zwingt.
Wenn man mal nicht gleich ein richtiges Buch lesen will, sollte man den ersten Band von Fils (bzw. “Fil’s”) Didi & Stulle “einen drin” lesen und gleich anschliessend die Economysonderausgabe: “halber Preis!! schlechter gezeichnet! schwächere Witze!”
So: jetzt die vorhersehbar schlechte Nachricht: mit der WM-Karte hat es leider nicht geklappt. Und die gute: trotzdem gibt es einen Sieger:
Fabicht, das Los entschied. Herzlichen Glückwunsch! Mail mal Deine Adresse, ich schicke einen Ersatzpreis, der Dein Herz höher schlagen lassen wird, Du Sportnarr!
May 7th, 2006 at 01.21
“Die Vermessung der Welt” vom alten Kehlmann fand ich auch erstaunlich lustig, dabei wollte ich das Buch gar nicht mögen.
May 7th, 2006 at 18.26
Der aufgekratzte Witz von “Was ihr wollt” hat mir letztens total den Kopf verdreht. Besonders wenn man es in der deutsch-englischen Version von dtv mit allen Anmerkungen ließt. Dann wird jeder Spruch von vorn, von hinten und von der Seite beleuchtet, man hat Spaß am englischen Rhythmus, man liest auch wirklich lange dran und hat sehr viel Freude.
Außerdem: “Militärmusik” von Kaminer, in dem viele Sorglosigkeiten, Blindgängereien und Trübseligkeiten des untergehenden Sowjetreichs aus Sicht eines gleichgültigen und schlitzorigen Scharlartans beschrieben werden. Bei jedem neuerlichen Lesen lach zumindest ich mich kaputt.
May 7th, 2006 at 22.40
Achja, auch unerwartet lustig, aber nur auf Englisch: “Last Chance to See” von Douglas Adams.
May 8th, 2006 at 13.20
Ich bin gerührt – danke!
“Am zweiten Mai wird der Lachtag gefeiert. Bei allem Ernst in Deutschland und der Welt sollte doch auch so ein Tag nicht vergessen werden.” (google-”lachtag”)
Ich habe diesen Tag zwar vergessen, aber unsere Liste ist mehr wert! Danke auch an alle Gegner, die mir diese sportliche Höchstleistung erst ermöglicht haben, WE ARE THE CHAMPIONS!!! (schampus, konfetti etc.pp.)
October 26th, 2006 at 01.13
“Sie werden lachen: die Bibel”
nein – natürlich nicht – das war ein einschub um mit meinem allgemeinen spezialwissen zu prahlen.